Es menschelt


Erfreulich, dass eine Städtepartnerschaft nicht nur durch Rathäuser, Vereine, Kirchen und private Kontakte am Leben gehalten wird, sondern bisweilen auch durch die Geschäftswelt.
So ist Zurzeit in den Räumen der Kreissparkasse auf dem Graben eine - man verzeihe den billigen Ausdruck - tolle Ausstellung des Mylauer Künstlers Halsema zu genießen.
Zweierlei versteht er mit Hilfe seiner gekonnt geführten Zeichenfeder: Dem Menschen seine Schwächen vor Augen zu führen und ihm aufs Maul zu schauen, wobei er Wörtern einen anderen Sinn als den gewohnten gibt (z.B.: "gebrochen deutsch reden" setzt er zeichnerisch in eine Person um, die einzelne Buchstaben erbricht).
Bei der Vernissage am vergangenen Freitag erfreute ein Trommlertrio der Musikschule mit scharfer Rhythmik, passend zu den scharf geschnittenen Karrikaturhaften Figuren Halsemas, wenn man so will.
Der Redner hielt sich erfreulich kurz, nicht weil er nicht anders könnte, sondern weil die Bilder für sich sprechen!
Lassen Sie sich die Ausstellung nicht entgehen. Anschauen kostet nichts (auch nicht mit bankfremder EC-Karte in der Tasche) und: die Preise der Werke sind (nach Ansicht des Schreibers) moderat.
Doch wer versuchen sollte, Unterschiede zwischen einem Mylauer, wie Halsema ihn sieht, und einem Waldenbucher herauszuarbeiten, der wird es schwer haben: Es menschelt überall gleich.

J.S.