Bauer, Stadtrat, Ruheständler ...

... zum Abschied von Karlhans Walker als Stadtrat Freie Wähler,

anlässlich der Abschiedsfeier auf dem Buchenhof Juli 2009

 

Der Landwirt pflügt, er sät und eggt,
hofft, dass der Schlepper nicht verreckt;
im Herbst bringt er die Ernte ein,
des Winters vespert er ein Schwein.
 
Der Stadtrat reißt die Straßen auf,
kanalisiert des Wassers Lauf,
schüttet das Loch auch wieder zu,
schmiert Teer drauf, hat 10 Jahre Ruh'.
 
Nun wart' mal, was die Jugend baut,
Du hast - weiß Gott - genug vermocht,
schlürf' Deine Weine, mampf'
Dein Kraut, solang Dein altes Herz noch pocht.
 
Als Bauer brauchst Du einen Riecher:
Halt ich mir Schweine? Federviecher?
Als Fleisch den Ochs? Zwecks Milch die Kuh?
Sch...-Brüssel jagt dich immerzu!
 
Der hohe Rat wird auch gehetzt:
Herr A fühlt sich zurückgesetzt,
ein neues Dach will Verein B,
leer ist das Portemonnaie von C.
 
Entspann Dich auf dem Buchenhof,
denk Dir: Ihr seid doch alle - gleich,
genieß' als grüner Philosoph
Dein kleines, wohl bestelltes Reich!
 
Gegackere im Hühnerstall,
Gebell, Gewusel überall;
Schweine quieken, Hirsche röhren,
Karlhans ist durch nichts zu stören.
 
Hahnenkämpfe auch im Rat,
Gekeife, Pfeile, Wortsalat;
für seine Ohren "hyperphonisch",
fast Michael Jackson: disharmonisch.
 
Schmettre im Chor das hohe C
,ach - tut das unsern Ohren - "gute";
den Bass brummt Dir die BMW
im Schwarzwald auf der Enztalroute.
 
Auf Deutschlands Märkten warst Du King,
Kunden bezirzen war Dein Ding.
Marktschreier kreischen, fuchteln, schwitzen,
Dein Graubart blinkt, die Äuglein blitzen.
 
Zurückgenommen auch Dein Ton
,im Sitzungssaal, in der Fraktion;
nie ausgerastet, stets gefasst,
Dein Lieblingskommentar: "Das passt!"
 
Lad' Freunde ein zu stillen Festen,
mach Frikassee aus Deinen - Hennen,
für Dich magst Du ein Säule mästen;
geschäftlich lass die Jungen rennen.
 
(J.S.)